Vorstellung der Kandidaten durch die Gemeinde

Heute ist ein wichtiger Tag auf meinem Weg ins Stockelsdorfer Rathaus. In einer von der Gemeinde organisierten Veranstaltung stellen sich die beiden Bewerber für das Bürgermeisteramt den Bürgerinnen und Bürgern von Stockelsdorf vor.

Bereits um 18:00 Uhr treffe ich mit meinem Mann im Rathaus ein, wo wir vom Bürgervorsteher begrüßt werden. Noch ist der Sitzungssaal, in dem sich etwa 120 Sitzplätze befinden, menschenleer. Mein Platz ist zunächst am Saaleingang, um alle Versammlungsteilnehmer persönlich zu begrüßen.

Die Menschen kommen und kommen und kommen… Der Andrang ist sehr groß.  Glücklich ist, wer durch frühzeitiges Kommen einen Sitzplatz ergattert. Die Anderen stehen dicht gedrängt an den Wänden oder im Vorraum. Letztendlich versammeln sich im Sitzungssaal und Vorraum rund 250 interessierte Bürgerinnen und Bürger, die sich einen eigenen Eindruck von den beiden Bewerbern machen wollen.

Durch den Abend geleitet der Bürgervorsteher. Er legt den Ablauf des Abends fest. Die beiden Bewerber stellen sich – jeweils in Abwesenheit des anderen Bewerbers – in einer 15 minütigen Rede vor. Gleich im Anschluss kann das Publikum die Kandidaten befragen. Die Reihenfolge wird ausgelost.

Ich ziehe die Zahl zwei und verlasse den Saal. Im alten Sitzungszimmer konzentriere ich mich noch einmal auf meinen Vortrag. Da ich gut vorbereitet bin, hält sich meine  Anspannung in Grenzen. Dennoch ist es für mich ein neues Gefühl, denn vor rund 250 Personen habe ich zuvor noch nicht gesprochen.

Nach einer halben Stunde bin ich dran! Auf meinem Weg zum Rednerpult muss ich mich durch die Menschenmenge schlängeln – viele wünschen mir im Vorbeigehen viel Glück und Erfolg. Im Saal werde mit Applaus empfangen.

Und dann stehe ich am Rednerpult und lasse das Publikum in mein Leben blicken, berichte über persönliche Dinge, von meiner Ausbildung und meinem Beruf. Mein Geburtsort Kingston und der erste Wohnort in Deutschland Witzwort sorgt für Schmunzler. Mein Wortspiel „Noch bin ich Lehrling, doch ich lerne schnell und so werde ich jeden Tag meisterlicher und zu ihrer Bürgermeisterin“ sorgt für Lachen und wird mit Beifall belohnt.

Dann beschreibe ich die Art und Weise meines Arbeits- und Politikstils, und es gelingt mir, die Zuhörer in meine Gedanken mit einzubeziehen. Mit wenigen Worten beschreibe ich vier Politikfelder, die mir als Bürgermeisterin besonders wichtig sind. Und neben dem „was“ lege ich insbesondere  dar, „wie“ ich bevorstehende kommunalpolitische Fragestellungen angehen möchte.

Ich spüre, wie die Zuhörer mich in meiner weiteren Rede begleiten, ja sogar mit mir fühlen  – mit häufigem Szenenapplaus und Lachen das gibt mir Sicherheit. Ich trage meine Rede noch lebendiger, frischer und überzeugender vor, was zum Schluss mit langem Applaus belohnt wird. Die Vortrag habe ich unter der Rubrik Reden zum Nachlesen veröffentlicht.

Offensichtlich lässt meine Vorstellung nur wenige Fragen offen, da die Runde der Fragen durch das Publikum eher kurz ausfällt.

Am Ende der Veranstaltung kommen noch viele Bürgerinnen und Bürger auf mich zu, beglückwünschen mich zu meiner Vorstellung und wünschen mir viel Elan und Kraft für die kommenden Tage der Wahlkampagne. Ich bin überwältigt von dem Zuspruch, den ich erfahre. So soll’s weitergehen.