Sorgen der Eltern von Krippen- und Kindergartenkindern

Heute Abend bin ich bei der Familie Rose aus Stockelsdorf mit einigen Eltern verabredet, die mir von der Betreuungssituation in Stockelsdorf berichten wollen. Dabei kommen eine ganze Reihe von Problemen zur Sprache. Im gemütlichen Wohnzimmer versammeln wir uns nach einer kurzen Vorstellung um den großen Esstisch.

Erstes Thema unter den Eltern ist die Frage, ob es schon Zusagen für  Kitaplätze gibt. Daran entzündet sich eine Diskussion über das Vergabesystem in Stockelsdorf. Die Eltern bemängeln grundsätzlich, dass bei der Vergabe der Plätze wenig Transparenz herrsche, sowohl bezüglich des Angebotes der noch freien Plätze wie auch für die Nachfrage. Es würden auch nur Zusagen und keine Absagen mitgeteilt. Das führe zu Unsicherheiten in der eigenen Planung.

Des weiteren wird die mangelnde Koordination von Kita- und Schulschließzeiten kritisiert. Eine Mutter mit einem Kind in der Kita und einem Schulkind berichtet, dass sie in diesem Jahr an 82 Ferien-, Schließ- und Fortbildungstagen selbst die Betreuung übernehmen müsse. Der übliche Urlaubsanspruch von maximal 30 Arbeitstagen zeige die Betreuungslücke. Überdies würde so ein gemeinsamer Familienurlaub unmöglich.

Als weiterer Punkt wird die unzureichende Bedarfsplanung bemängelt. Mein Einwand, die Bedarfsabfrage der Gemeinde im vergangenen Jahr habe eine eher dürftige Rücklaufquote gehabt, wird von den Eltern gekontert, dass diese Bedarfsabfrage nicht vernünftig erklärt war und viele Kitas die Schreiben auch gar nicht verteilt hätten.

Der Wechsel der Krippenkinder sei schwierig und die Kitas so voll, dass viele Kinder bis fast vier in der Krippe bleiben und dann häufig mit vier die Einrichtung wechseln. Das führe dazu, dass keine Plätze für Kleinkinder frei werden. Ein entsprechender Überhang an Betreuungsplätzen sei daher wünschenswert.

Dieses leidige Problem haben viele Städte und Gemeinden: Kinder haben mit einem Jahr den Rechtsanspruch auf einen Krippenplatz und die Krippen besetzen die Plätze nur im Sommer neu, wenn die Schulkinder die Elementarplätze räumen.

In vielen Punkten bestätigen die Eltern meine eigene Erfahrungen. Auch in Stockelsdorf ist die Kinderbetreuung eine große Herausforderung. Dabei wird ein Grundsatz für meine zukünftige Arbeit deutlich: Dem – für die demographische Entwicklung unserer Gemeinde positiven – Kindersegen müssen entsprechend großzügige kommunale Betreuungsangebote gegenüberstehen.

Allseits ist bekannt, dass jedes Neubaugebiet die „Kinderstube“ einer Gemeinde ist. Da ist es nur konsequent, dass Stockelsdorf die zukunftsträchtige Bodenvorratspolitik durch die gleichzeitige Planung von Betreuungseinrichtungen ergänzt. Und es ist gut, dass ich als Mutter von zwei Kindern mich diesen Herausforderungen besonders kompetent widmen kann.