Silvester

Nun ist das Jahr 2017 fast zu Ende und einer der längsten Tage des Jahres – jedenfalls aus Kindersicht – steht bevor. Wir haben dieses Jahr zu uns nachhause eingeladen. In gemütlicher Runde treffen wir uns mit zwei befreundeten Familien. Der Tisch ist festlich gedeckt, der Sekt gekühlt und die Berliner noch gut verpackt.

Nelly verschläft den Jahreswechsel in ihrem „Panikroom“: Das Gäste-WC  in der Mitte unseres Hauses ist ohne Fenster und durch die anderen Räume gut abgeschirmt. In Nellys Augen ist dies der sicherste Ort gegen die Silvesterböller, die schon den ganzen Nachmittag immer wieder auf der Straße krachen.

Am frühen Abend kommen unsere Gäste. Es gibt Raclette, den beliebten Silvesterklassiker. Jeder ist sein eigener Koch und stellt sich aus den zahlreichen Zutaten und Beilagen, Dips und Saucen sein Leibgericht zusammen. Der reich gedeckten Tisch lässt keine Wünsche offen: Fleisch und Scampi, Tomaten und Paprika, Champignons und Zwiebeln,  Auberginen und Brokkoli… und natürlich Käse, da finden alle was. Das bei Kindern so beliebte „Das mag ich nicht,“ ist fehl am Platz. Den leckeren Rotwein haben unsere Weinexperten mitgebracht. So vergeht der Abend bei vergnüglichem Brutzeln und guten Gesprächen wie im Fluge. Die Kinder dürfen früher aufstehen und spielen gehen.

Anschließend machen wir Minidisco. Die Kinder tanzen ausgelassen und spielen Verstecken im ganzen Haus. Sie halten uns dabei ganz schön auf Trab. Beim „Blei“-Gießen, heute das erste Mal der Umwelt zuliebe mit Wachs, werfen wir einen kleinen Blick in die Zukunft. Geduldig halten die Lütten den Löffel über die Kerze. Lilys Figur sieht aus wie ein Pony. Bei Tom kommen ganz viele Tropfen. Vielleicht schneit es morgen, überlegt er.

Um Mitternacht sind alle schon rechtschaffen müde, und dennoch werden die letzten Sekunden bis zum neuen Jahr eifrig mitgezählt: „…vier, drei, zwei, eins, Prosit Neujahr!“ Wir stoßen an mit Sekt und essen Berliner, umarmen unsere Liebsten und wünschen uns ein frohes neues Jahr.

Unsere Gäste gehen noch auf die Straße, um ein paar Neujahrsraketen in den Himmel zu schicken. Tom und ich bleiben im Haus. Ihm ist es zu laut. Um ein Uhr liegen die Kinder im Bett und schlafen tief und fest, hoffentlich morgen früh ein bisschen länger.

Was das neue Jahr wohl mit sich bringt? Auf jeden Fall wird es für mich sehr ereignisreich und spannend beginnen und vielleicht eine große Herausforderung bieten. Das ist genau richtig für mich, denn „Wenn der Wind der Veränderung weht, suchen manche im Hafen Schutz, während andere die Segel setzen!“  Von wem dieses Sprichwort auch stammt, mein Herz hat schon Kurs auf Stockelsdorf genommen!