Neujahrsgrünkohlessen in Klein Parin

Heute Abend hat mich der Dorfvorsteher von Klein Parin – Dirk Eigen – zum Neujahrsgrünkohlessen in seine Dorfschaft eingeladen. Treffpunkt ist das Dörpshus am Feuerwehrgerätehaus. Als ich nach Klein Parin hineinfahre, ist auf den Straßen schon viel los. Das halbe Dorf ist auf den Beinen. Das Gerätehaus ist somit leicht zu finden – immer den Menschen nach.

Im schon gut gefüllten Dörpshus ist es wirklich sehr gemütlich. Die Decken sind zur Verbesserung der Akustik und der Abschirmung des Neonlichts mit weißen Stoffbahnen abgehängt. Die Tische sind festlich gedeckt. Leckerer Duft nach Grünkohl durchzieht die Räume.

Herr Eigen begrüßt mich freundlich und erzählt mir, wie er sich den Ablauf des Abends vorstellt.  So bekommen die beiden Bewerber für das Bürgermeisteramt zu Beginn des Essens die Gelegenheit, sich kurz persönlich vorzustellen. Danach wird der klassische Grünkohl aufgetischt mit allem, was dazugehört: Kassler, Kohlwurst, Schweinebacke und auch die leckeren karamellisieren Kartoffeln. Ich lange beim Grünkohl ordentlich zu. Es schmeckt hervorragend!

Beim Essen unterhalte ich mich mit einer sehr netten pensionierten Lehrerin aus Stockelsdorf über das Thema Ausbau der Schulbetreuung und Einführung der flächendeckenden offenen Ganztagsschule (OGS) in Stockelsdorf. Dies ist ein wichtiges, aber auch ambitioniertes Projekt im laufenden Schulbetrieb, findet sie zu recht.

Ich unterhalte mich auch mit dem letzten Landwirt von Klein Parin. Die Ernteausfälle sind natürlich für ihn ein wichtiges Thema. Seinen Weizen konnte er noch ernten. Die Qualität hatte aber durch die massiven Regenfälle so gelitten, dass er ihn nur noch als Tierfutter verkaufen konnte.

Mir gegenüber sitzt der Vater von Helene, der jüngsten Klein Parinerin, die erst Weihnachten geboren ist. Babys gibt es derzeit nur drei im schönen Klein Parin. Diese schöne Dorfschaft werde ich mir unbedingt bei Tageslicht und möglichst bei Sonnenschein ansehen.

Der Abend ist durch die vielen interessanten und anregenden Gespräche sehr kurzweilig. Die Themenpalette reicht dabei von den Öffnungszeiten im Rathaus über die Frage wie man auf den Berufswunsch Bürgermeisterin kommt bis zu Verkehrsproblemen, von denen Klein Parin glücklicherweise mit seiner exponierten Lage am Pariner Berg und ohne Durchgangsverkehr weniger betroffen ist.

Um halb elf mache ich auf den Weg nach Prisdorf, damit ich noch vor Mitternacht zuhause bin. Denn morgen früh bin ich zum Neujahrsempfang ja schon wieder hier  in Stockelsdorf.