Gespräch mit Sabine Gall-Gratze und Rolf Dohse von Bündnis 90 / Die Grünen

Nach dem Termin mit Herrn Werner mache ich auf den Weg zum Bäcker Schüler. Dort bin ich mit den „Grünen“ verabredet. Pünktlich um 17 Uhr betritt Frau Gall-Gratze das Cafe. Sie entschuldigt Herrn Dohse, der aus familiären Gründen verhindert ist.

Frau Gall-Gratze erzählt mir, dass die Grünen gerne Bewerber hätten, die aus der Kommunalverwaltung kommen. Ich berichte ihr von meiner Tätigkeit und Führungserfahrung in meinem jetzigen Arbeitsfeld und stelle fest, dass ein Dienstleister aus der Privatwirtschaft sich gar nicht so sehr von dem Dienstleister „öffentliche Verwaltung“ unterscheidet.

Kundenorientierung in der Privatwirtschaft ist dabei vergleichbar mit der Bürgerorientierung und dem gutem Service in der Gemeindeverwaltung in Stockelsdorf. Schnell sind wir uns einig, dass Rahmenbedingungen dafür geschaffen werden müssen, um gute Mitarbeiter auch langfristig zu binden. Nachhaltige Qualitätssicherung in der Verwaltung ist ein Thema, dem ich mich im Falle meiner Wahl gerne widmen werde.

Dann unterhalten wir uns über weitere Themen für Stockelsdorf. Wir sprechen über den Grünen wichtige Themen wie Baumschutzsatzung und Gleichstellungsbeauftragte. Da meine Mutter früher Gleichstellungsbeauftragte war, fällt dieses Thema bei mir auf fruchtbaren Boden. Und Frau Gall-Gratze kündigt an, dass die Fraktion der Grünen mich demnächst zu einem Gespräch einladen wird.

Inzwischen ist auch Herr Dohse in der Bäckerei Schlüter eingetroffen. Herr Dohse bemängelt, dass es keine Grundstücksvergabe nach sozialen Kriterien mehr gibt. Dieses Problem werde ich gerne aufgreifen. Die Bodenvorratspolitik der Gemeinde ist zwar grundsätzlich positiv, durch das einfache, wenn auch notariell begleitete „Losverfahren“ erfolgt jedoch keine Steuerung der Vergabe nach sozialen Gesichtspunkten.

Allerdings sind die Rahmenbedingungen seit dem EuGH Urteil vom 5.Mai 2013 für ein reines „Einheimischenmodell“ deutlich erschwert. Dass im Bereich des sozialen Wohnungsbaus schon etwas passiert ist, beurteilt Frau Gall-Gratze positiv. Natürlich müsse das Thema auch künftig nachhaltig vorangetrieben werden.

Die Gesprächsatmosphäre ist sehr angenehmen, und die Zeit vergeht wie im Fluge. Um 18 Uhr müssen wir das Café leider verlassen, es ist Feierabend. Wir bleiben noch eine Weile vor der Tür zusammen und besprechen letzte wichtige Themen. Die heute angesprochenen Themen zeigen mir in vielen Punkten Übereinstimmung mit meinen Erfahrungen aus dem kommunalen Leben in Prisdorf.

Auch den Grünen ist ein gutes fraktionsübergreifendes Miteinander in der Kommunalpolitik wichtig. Das ist ganz in meinem Sinne, will ich doch mit allen Kräften in der Gemeindevertretung harmonisch zusammenarbeiten und die Bürgermeisterin aller Stockelsdorfer werden.