Besuch beim Dorfvorstand Malkendorf

Heute Mittag bin ich mit dem Dorfvorsteher Andreas Utesch und Uwe Hinkelmann in Malkendorf verabredet. Malkendorf ist von den 10 Dorfschaften am weitesten vom Kernort Stockelsdorf entfernt. Das Leben ist wie auch in Horsdorf und Klein Parin eher in Richtung Bad Schwartau orientiert.

An diesem ruhigen, schneereichen Wintersonntag kann man sich nur schwer vorstellen, dass sich im Sommer häufig Autokarawanen Richtung Ostsee durch das Dorf wälzen, wie mir die beiden Mitglieder des Dorfvorstandes berichten.

Und so sind wir schon mittendrin im wichtigsten Thema für Malkendorf: Dem Verkehr. Wir diskutieren Möglichkeiten der Verkehrsberuhigung. Am einfachsten wären große Blumenkübel, um so die Fahrbahn einzuengen, schlägt Herr Hinkelmann vor. Gegen Bodenwellen spricht die höhere Belastung für die Fahrzeuge, insbesondere die landwirtschaftlichen Nutzfahrzeuge. Außerdem wäre eine höhere Lärmbelästigung für die Anwohner zu befürchten.

Auch über Fahrradwege und die Busanbindungen sprechen wir. Ein Radweg von Malkendorf nach Curau eröffnet die Möglichkeit, von Malkendorf bis nach Stockelsdorf auf ausgebauten Radwegen zu kommen.

Herr Utesch gibt dabei zu bedenken, dass man den Landwirten auf Augenhöhe begegnen muss, wenn man über den Kauf der Straßenrandflächen für Fahrradwege verhandelt. Die Verbindung von Dissau nach Curau habe auch deswegen so lange gedauert, weil dort über die Köpfe der Eigentümer hinweg geplant wurde. An diesem Punkt wird mir wieder klar, wie wichtig Bürgerbeteiligung bei der Planung ist.

Und dann gibt es in Malkendorf noch eine Kuriosität: Hortensiendiebe. Malkendorf wird regelmäßig von professionellen Banden heimgesucht, die nachts und in der Dämmerung die verdorrten Blüten ernten, um daraus Rauschmittel herzustellen. So mancher Malkendorfer – so auch die stellvertretende Dorfvorsteherin Susanne Herrfurth – haben ihre prachtvollen Hortensien schon aus den Gärten entfernt, weil sie nicht ständig Unbefugte durch ihre Gärten und um ihre Häuser schleichen haben wollen.

Insgesamt ist Malkendorf eher von einem hohen Altersdurchschnitt geprägt. Es gibt im Moment nur eine Hand voll Kinder, so wenige, dass zurzeit keine Kinderfeste organisiert werden. Genug zu tun ist aber immer, um das nachbarschaftliche Miteinander in Malkendorf zu pflegen. Auch hier merke ich, mit wie viel Engagement sich der Dorfvorstand für die Belange ihrer Nachbarn einsetzt und ich spüre ihre tiefe Verbundenheit mit dem schönen Malkendorf.