Besuch am Le-Portel-Ring

Heute bin ich mit dem 8-jährigen Mathis am Le-Portel-Ring verabredet. Wir hatten uns am vergangenen Sonnabend beim Kinderfasching der Siedler kennengelernt. Ich treffe Mathis mit seiner Freundin vor seinem Haus.

Mathis hatte mir vor ein paar Tagen schon berichtet, dass seine Spielstraße früher durch einen Poller von der benachbarten Okonekstraße getrennt war. Dieser Poller wurde in Folge eines Verkehrsentwicklungsplans im Frühjahr 2015 entfernt. Die Maßnahme war zunächst versuchsweise für ein Jahr geplant.

Während wir drei zu der Stelle laufen, an der früher der Poller stand, kommen uns vier Autos entgegen, teilweise auch mit auswärtigen Kennzeichen.

Ziel des Verkehrsentwicklungsplanes war es, den Verkehrsfluss in Stockelsdorf insgesamt zu verbessern. Die Anwohner sind nun zunehmend besorgt um die Sicherheit ihrer Kinder, weil infolge des Durchfahrtscharakters die Spielstraße von vielen Verkehrsteilnehmern nicht als solche akzeptiert wird. Viele Autofahrer und Radfahrer halten sich daher nicht an die vorgeschriebene Schrittgeschwindigkeit.

Ursprünglich war die Maßnahme nur als Test für ein Jahr vorgesehen. Seitdem ist eine deutliche Verschlechterung der Verkehrssituation für die spielenden Kinder wie auch für die Nutzung als sicherer Schulweg festzustellen. Offensichtlich wird die Spielstraße als Abkürzung zum Einkaufszentrum Ravensbusch genutzt.

Nachdem wir den Ortstermin beendet haben, laden mich Mathis und seine Eltern noch in ihr gemütliches Wohnzimmer ein. Wir diskutieren natürlich über die veränderte Verkehrssituation.

Offizielle Zählungen haben ergeben, dass nach Abbau des Pollers knapp 500 Fahrzeuge pro Woche die Spielstraße passieren. Die Anwohner fragen sich nun, ob die durch den Abbau des Pollers verminderte Qualität der Spielstraße in einem vernünftigen Verhältnis zur Verbesserung des Verkehrsflusses in Stockelsdorf steht.

Insgesamt stellen wir trotz allem fest, wie gut es sich in Stockelsdorf gerade mit Kindern leben lässt.